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Abteilungen > Diagnostische Hämatologie: Info
Struktur und Ausrichtung
Die diagnostische Hämatologie ist in drei Fachbereichen unterteilt:
Wir bieten dem gesamten Universitätsspital Basel sowie auswärtigen Auftragsgebern (Spitäler, Arztpraxen und anderen Labors) ein breites Spektrum von hämatologischen und hämostasiologischen Analysen an. Unser Team von 41 qualifizierten MitarbeiterInnen verarbeitet rund 500'000 Analysen pro Jahr.
Dienstleistungsangebot
Formulare
65 Hämostase / Hämatologie
Informierte Zustimmung zu genetischen Untersuchungen (Informationen)
Informierte Zustimmung zu genetischen Untersuchungen
Consentement libre et éclairé à une analyse génétique
Öffnungszeiten
Montag-Freitag: 8.00 – 18.00 h
Sa./So.: 8.00 – 12.00 h
Notfallanalytik: 24-Stunden
Fachspezifische Beratung
Das Hämatologielabor hat eine enge Zusammenarbeit mit der klinischen und der experimentellen Hämatologie, und betreut unter anderem die ambulante Hämatologiesprechstunde. Fachverantwortliche Hämatologielabor
Fachliche Schwerpunkte
- Automaten Blutbild und kleiner Gerinnungsstatus
Im Bereich der Automaten werden das Blutbild und die Retikulozytenzahl bestimmt. Die Blutbildanalyse beinhaltet die Bestimmung der Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und der Zellindices. Die Leukozytendifferenzierung wird automatisiert und wenn indiziert auch mikroskopisch durchgeführt. Mit der automatisierten Blutbildanalyse werden Verteilungsmuster der Erythrozyten (Erythrogramm) der Leukozyten (Leukogramm und Nukleogramm) erstellt. Die Analysen der Retikulozyten beinhaltet die Zahl der Retikulozyten in Promille und in Konzentration (x 109/l). Die Retikulozyten werden zudem nach Reifungsstadien in Reife (ca. 80-90%) und unreife Retikulozyten (4-18%) unterteilt. Zusätzlich erlaubt die Bestimmung der retikulären Zellindices (CHr; mittlere Hämoglobingehalt der Retikulozyten) frühzeitig Veränderungen der Erythrozyten Indices zu erfassen. Das CHr ist besonders hilfreich bei der Abklärung eines Eisenmangels/Talassämie und im Verlauf nach Behandlung des Eisenmanges.
In Bereich Automaten wird ebenfalls die Routine Analytik der Hämostase bestimmt: es sind dies die Globalteste der Gerinnung (Thromboplastinzeit, aktivierte partielle Thromboplastinzeit, Thrombinzeit), sowie Fibrinogen, Faktor II, Faktor V, Faktor VII, Heparinaktivität (Anti-Xa-Aktivität)und D-Dimere.
- Spezial Hämatologie
Die Spezialhämatologie besteht aus 4 verschiedenen Teams, die Morphologie, die Flowzytometrie, die Stammzellen, die Molekulardiagnostik.
- Morphologie
In diesem Team werden mikroskopische Handdifferenzierungen durchgeführt, sowie Analysen von anderen Körperflüssigkeiten. Knochenmarkuntersuchungen werden vorbereitet, gefärbt und beurteilt. Zusätzlich wird in diesem Team die Spezialanalytik der Hämoglobinopathien (Thalassämie Abklärung, Sichelzellanomalien sowie andere Hämoglobinopathien) abgeklärt.
- Flowzytometrie
In der Flowzytometrie werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Bestimmung der Lymphozytensubpopulationen im peripheren Blut (CD3, CD4, CD8, CD19 und CD16/CD56). Diese Untersuchungen sind besonders indiziert als Verlaufskontrolle bei HIV-Infektion, im posttransplantären Stadium, und bei immunsuppressiver Behandlungen.
- Diagnostik von akuten Leukämien. Die Immunphänotypisierung erlaubt die Unterteilung der Leukämien in akute myeloische und akute lymphatische Leukämien sowie in deren Subtypen.
- Diagnostik von Lymphoproliferativen Neoplasien: die Immunphänotypisierung erlaubt die Abgrenzung zwischen reaktiver und neoplastischer Lymphozytose sowie die Charakterisierung der reifzelligen lymphoiden Neoplasien: chronisch lymphatische Leukämie, B-, T-, NK-Zelltyp lymphoide Neoplasien, multiples Myelom)
- Quantifizierung des minimal residuellen Leukämie Befalls bei akuten Leukämien, reifzelligen lymphoiden Neoplasien und beim multiplen Myelom.
- Diagnostik von paroxysmalen nächtlicher Hämoglobinurie (PNH)
- Immunphänotypisierung bei systemischer Mastozytose
- Zählung von Hämopoetischen Stammzellen (CD34+ Zellen) im Blut während deren der Mobilisierung für Stammzelltransplantation sowie Zählung der hämopoetischen Stammzellen (CD34+ Zellen im Transplantat vor und nach jeder Verarbeitung.
- Team Stammzellen
In diesem Team werden Präparate für die autologe und allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation vorbereitet und bis zur Transplantation gelagert. Folgende Präparate werden verarbeitet:
- Knochenmark
- mobilisierte periphere Stammzellen
- Nabelschnurblut
Unter bestimmten Voraussetzungen werden nach der Sammlung des Transplantates unerwünschte Zellen (z. T-Lymphozyten) eliminiert und Zielzellen (z.B. C D34+ Zellen, NK-Zellen) angereichert. Es ist auch seit 1998 eine Nabelschnurblutbank aufgebaut worden. Diese Nabelschnurblutbank enthält nun über 1'800 Einheiten welche für die Transplantation verwendet werden können.
- Molekulare Diagnostik
In diesem Bereich werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Screening der häufigsten Fusionstranskripte bei akuten Leukämien
- Suche und Quantifizierung vom BCR-ABL (chronische myeloische Leukämie und akute lymphatische Leukämie)
- Suche und Quantifizierung von JAK2 Mutationen bei myleoproliferativen Neoplasien.
- Bestimmung des Spenderchimärismus nach allogener Stammzelltransplantation
- Abklärung von Thalassämien, Sichelzellanämien und anderen Hämoglobinopathien
- Bestimmung von Faktor V Leiden und Prothrombin Mutation
- HLA-Typisierung im Rahmen einer Spendersuche sowie bei spezifischen Krankheitsbilder (z.b. B27).
- Spezial Hämostase
- Blutungsneigung
Im Gerinnungssystem bestimmen wir neben den Routinetests selektiv die einzelnen Faktoren II, V, VII, VIII:C, VWF, IX, X, XI, XII und XIII. Die Charakterisierung der Thrombocytenfunktion umfasst den Globaltest PFA-Blutungszeit und zur verfeinerten Analytik die Plättchenaggregationen (im Vollblut und im plättchenreichen Zitratplasma) und Plättchenrezeptorenuntersuchungen mittels Durchflusszytometrie.
- Thromboseneigung
Die Abklärung beinhaltet hemmende und fördernde Komponenten von Gerinnung und Fibrinolyse: Antithrombin III, Heparinkofaktor II, Protein C, Protein S, APC-Resistenz, Faktor V-Mutation R 506 Q (Faktor V Leiden), Prothrombingenmutation G 20210 A, Lupusantikoagulans, Antikardiolipin-Antikörper, Plasminogen und Antiplasmin. Ueber den Aktivierungszustand von Gerinnung und Fibrinolyse orientieren die Aktivierungsmarker Thrombin-Antithrombin-Komplex TAT und die D-Dimere. Bei Antikoagulationsproblemen können die quantitativen Bestimmungen von Phenprocoumon und unfraktioniertem oder niedermolekularem Heparin durchgeführt werden. Nachweismethoden für heparin-induzierte Antikörper stehen zur Verfügung.
- Konsiliardienst
Das ärztliche Team der Hämostase gewährleistet einen permanenten, jederzeit erreichbaren hämostaseologischen Konsiliardienst für die ambulanten und stationären Patienten des Universitätsspitals, sowie der Spitäler und der praktizierenden Aerzte der Regio Basiliensis. Klassische Notfallsituationen sind bedrohliche Blutungen und komplexe thromboembolische Ereignisse.
- Sprechstunde für ambulante Patienten
Die Sprechstunde des Hämostaseteams dient der Abklärung und Therapie von Patienten, die wegen hämostasespezifischen Fragestellungen zugewiesen werden.
- Hämophilie-Referenzzentrum
Der Fachbereich Hämostase ist der Kern des universitären Hämophilie-Referenzzentrums der Region für die erwachsenen Patienten mit hereditären Blutungsneigungen. Die Ärzte des Hämostaseteams stehen ihnen bei Fragen und Blutungsproblemen jederzeit zur Verfügung. Sie koordinieren Abklärungen und Behandlungen von blutungsbedingten Komplikationen mit den zuständigen Spezialisten (Infektiologen, Gastroenterologen, Rheumatologen, Orthopäden etc.). Sie legen in enger Zusammenarbeit mit den Chirurgen den peri- und postoperativen Faktorenersatz und die Gerinnungskontrollen fest. Das Zentrum beteiligt sich aktiv an den Bemühungen der Ärztlichen Kommission der Schweizerischen Hämophiliegesellschaft, die Betreuungs-Konzepte für Hämophilie laufend gemäss neuen Forschungsergebnissen und den Empfehlungen der World Federation of Haemophilia WFH zu aktualisieren und zu verwirklichen.
Qualitätskontrolle
Das Qualitätssicherungssystem der Diagnostischen Hämatologie ist von SWISSMEDIC zertifiziert nach Good Laboratory Practice (GLP).
Wir nehmen an folgenden externen Qualitätskontrollen teil:
- UK NEQAS Quality Assurance Laboratory, London
- Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
- Immunphänotypisierung
- Abnorme Hämoglobine
- HLA-Typisierung
- Molekulare Diagnostik
- Hämostase
- CSQC Centre Suisse de Contrôle de Qualité, Genève
- Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
- Molekulare Diagnostik
- Hämostase
- MQ Verein für medizinische Qualitätskontrolle, Zürich
- Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
- Molekulare Diagnostik
- Hämostase
- DGKC Deutsche Gesellschaft für klinische Chemie, Bonn
- MODHEM Molecular Diagnostics for Hematological Malignancies, Amsterdam
- HUG Laboratoire national de référence pour l’histocompatibilité, Genève
- StemCell Technpologies Inc.
- World Federation of Hemophilie
Forschung, Entwicklung und Lehre
Ausbildung Biomedizinische AnalytikerInnen
In Zusammenarbeit mit dem BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt bilden wir Biomed. AnalytikerInnen aus und stellen dazu Praktikumsplätze zur Verfügung.
Weiterbildung der Dipl. Biomed. AnalytikerInnen HF
Für die Absolventinnen der Höheren Fachschule bieten wir die Möglichkeit ein themenspezifisches Praktikum zu absolvieren.
Weiterbildung FAMH
Für die Weiterbildung zum Spezialisten für hämatologische Analytik FAMH bieten wir einen Arbeitsplatz an.
Weiterbildung FMH Hämatologie
Im Rahmen des gesamten Weiterbildungskonzept FMH Hämatologie ist das Hämatologielabor Teil dieser Weiterbildung.
Vorlesungstätigkeit
Die akademischen Mitarbeiter sind im Vorlesungsbetrieb der Universität Basel (Medizin / Pharmazie) für das Fach Hämatologie/Hämostase eingebunden und unterrichten am BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt.
Fortbildung
Labormedizin > Weiterbildung
Links
Auskunft und Fragen zu Hämatologie
Abteilung Hämatologie (Website Universitätsspital Basel)
International Society on Thrombosis and Hemostasis
www.isth.org
Auskunft und Fragen zu Hämophilie
www.shg.ch
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